Nichts raubt einem Handwerkskunden mehr Nerven als ein Handwerker, der nicht zurückruft

Manche melden sich nur bei Aufträgen, die ihnen attraktiv erscheinen und tauchen bei kleineren oder preissensiblen Projekten einfach ab. Dazu kommen organisatorische Schwächen: Zu wenige Mitarbeiter für Büro und Rückrufe, volle Terminkalender oder schlicht schlechtes Zeitmanagement.

 

 

Das kannst du als Kunde tun, wenn der Handwerker nicht zurückruft:

 

Mehrmals nachhaken, aber smart:

 

Ruf an, schreib eine freundliche WhatsApp/SMS oder E-Mail. Manchmal hilft hartnäckiges, aber höfliches Nerven, besonders wenn du einen konkreten Termin oder ein Angebot brauchst. Nach 1–2 Wochen ohne Antwort wird’s allerdings oft aussichtslos.

 

Schriftlich eine Frist setzen:

 

Das ist der wichtigere Schritt. Schick einen Musterbrief per Einschreiben/Rückschein oder zumindest per E-Mail mit Lesebestätigung. Formuliere klar:

 

·       Was vereinbart war (Besuch, Angebot, Termin).

·       Dass du bisher keine Rückmeldung erhalten hast.

·       Eine angemessene Nachfrist (z. B. 1–2 Wochen, je nach Dringlichkeit).

·       Die Konsequenz: Rücktritt vom Auftrag/Angebot oder Beauftragung eines anderen Betriebs auf Kosten des Säumigen, falls schon ein Vertrag besteht.

 

Das schafft eine nachweisbare Dokumentation und stärkt deine Position. Nute deine Rechte:

 

·       Ohne Vertrag: Du bist frei, einfach einen anderen zu suchen.

·       Mit Vertrag/Auftragsbestätigung: Du kannst vom Vertrag zurücktreten, wenn die Frist verstreicht. Bei Verzögerungen, die dir Kosten verursachen wie z. B. Urlaubstag vergeudet, prüfe Schadensersatz.

·       Verbraucherzentralen bieten gute Musterbriefe und Beratung, manchmal kostenpflichtig, aber lohnend.

 

Prävention ist der beste Schutz:

 

·       Hole mehrere Angebote ein und vergleiche nicht nur den Preis, sondern auch die Zuverlässigkeit.

·       Vereinbare konkrete Termine von Anfang an, nicht im Laufe des Vormittags.

·       Lass dir alles schriftlich bestätigen: Kostenvoranschlag, Auftragsbestätigung mit Fristen.

·       Frag nach Referenzen oder prüfe Bewertungen auf Plattformen, auch wenn das nicht immer 100% zuverlässig ist.

·       Gute Handwerker erkennt man oft daran, dass sie von vornherein professionell kommunizieren, inklusive klarer Rückrufzeiten.

 

Fazit:

 

Leider ist das Problem strukturell: Solange der Boom anhält und Fachkräfte fehlen, wird sich nicht viel ändern. Manche Betriebe lernen aus schlechter Mund-zu-Mund-Propaganda und bessern sich, andere nicht.

 

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