Darum ist das so verbreitet:
Kostentransparenz schafft Vertrauen
Handwerker arbeiten oft im Privatkundenbereich (Badsanierung, Küche, Dach, Elektro etc.). Kunden wollen wissen: „Warum kostet das 8.500 € und nicht 5.000 €?“ Eine detaillierte Aufschlüsselung
(Stunden × Verrechnungssatz, Material mit Aufschlag, Anfahrt, Entsorgung, Gewinnzuschlag etc.) verhindert spätere Streitigkeiten und Nachfragen.
Rechtliche und kaufmännische Gründe
· Bei VOB/B-Verträgen (öffentliche oder größere Bauvorhaben) muss die Kalkulation ohnehin prüfbar und nachvollziehbar sein (§ 2 VOB/B, Nachträge, Mengenabweichungen).
· Auch im BGB-Bereich (Privatkunden) hilft Nachvollziehbarkeit, wenn es später zu Meinungsverschiedenheiten kommt (z. B. bei Rechnungsprüfung oder Gewährleistung).
· Viele Handwerkskammern und Softwareanbieter (STREIT, turboANGEBOT, Lexware etc.) empfehlen explizit die differenzierende Zuschlagskalkulation mit transparenter Darstellung.
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Wettbewerbsvorteil
Seriöse Betriebe grenzen sich bewusst von „Billig-Anbietern“ ab, die oft nur einen Pauschalpreis nennen oder später mit unzähligen Zusatzpositionen kommen. Ein nachvollziehbar kalkulierter Preis signalisiert: „Hier wird ehrlich und betriebswirtschaftlich gearbeitet.“
Aber: Es ist nicht bei allen selbstverständlich
- Viele Kleinst- und Kleingewerbebetriebe kalkulieren immer noch „aus dem Bauch heraus“ oder nach Gefühl („Das kostet so um die 4.000–5.000 €“).
- Bei extremem Zeitdruck oder hohem Wettbewerbsdruck entstehen oft nicht nachvollziehbare Dumping-Preise.
- Manche Betriebe verstecken Gewinn absichtlich im Materialaufschlag oder geben nur Endpreise ohne Aufgliederung – das ist legitim, aber eben nicht nachvollziehbar.
Für die Mehrheit der qualitäts- und kundenorientierten Handwerksbetriebe ist die Nachvollziehbarkeit des Angebotspreises tatsächlich selbstverständlich geworden, nicht zuletzt wegen:
- Besserer Kalkulationssoftware
- Druck durch anspruchsvollere Kunden
- Vorbildfunktion der Innungsbetriebe
- Notwendigkeit, sich von unseriösen Billiganbietern abzuheben
Fazit:
Wer als Handwerker heute noch stolz sagt „Bei mir gibt’s nur den Endpreis, der stimmt schon“, verliert zunehmend gegen die transparenten, sauber kalkulierenden Kollegen. Für viele und tendenziell immer mehr Handwerksbetriebe ist das längst selbstverständlich und ein echter Wettbewerbsvorteil.
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