Typische Fehlerquellen bei Handwerkern sind unklare Termine und mangelnde Abstimmung

Warum das so oft schiefgeht

 

  • Vage Terminangaben wie im Laufe des Vormittags, irgendwann nächste Woche oder „ich melde mich dann“ schaffen Raum für Missverständnisse. Der Kunde nimmt Urlaub oder plant den Tag umsonst, der Handwerker hat mehrere Baustellen und priorisiert anders.

 

  • Fehlende schriftliche Fixierung: Mündliche Absprachen werden schnell vergessen oder unterschiedlich interpretiert. Wenn sich etwas verschiebt, was bei überlasteten Betrieben oder unvorhersehbaren Problemen vorkommt, fehlt oft die proaktive Kommunikation.
  • Mangelnde Abstimmung zwischen den Gewerken, z. B. Elektriker wartet auf Maurer, oder zwischen Handwerker und Kunde führt zu Verzögerungen, Mehrkosten und Frust auf beiden Seiten.

 

  • Überlastung und Planungsprobleme: Viele Betriebe kämpfen mit Fachkräftemangel, was zu engen Zeitplänen und schlechter Übersicht führt. Unklare interne Kommunikation, zu viele Kanäle und fehlende Zuständigkeiten verstärken das.

 

Das Ergebnis sind geplatzte Termine, Handwerker meldet sich nicht mehr, Streit über Verzug oder sogar Schadensersatzforderungen.

 

Praktische Tipps für Kunden, um das zu vermeiden:

 

  • Bestehen Sie von Anfang an auf konkrete, verbindliche Termine wie z. B. Montag, 8.30–12 Uhr statt vormittags, und lassen Sie sich diese schriftlich bestätigen.
  • Fordern Sie einen klaren Zeit- und Kostenrahmen im Kostenvoranschlag oder Vertrag.
  • Vereinbaren Sie explizit, dass der Handwerker sich sofort meldet, falls sich ein Termin verschiebt und legen Sie eine Frist fest, innerhalb derer das passieren muss.
  • Dokumentieren Sie alles: Gespräche, Absprachen, Fotos vom Ist-Zustand.
  • Bei wichtigen Terminen können Sie eine Vertragsstrafe für Verzug vereinbaren oder ein Fixgeschäft (Leistung steht und fällt mit dem Termin) festlegen.

Tipps für Handwerksbetriebe:

 

  • Nutzen Sie klare Strukturen: Digitale Kalender mit Puffern, feste Ansprechpartner und einen Haupt-Kommunikationskanal.
  • Geben Sie realistische Termine und kommunizieren Sie frühzeitig bei Verzögerungen. Transparenz schafft Vertrauen und reduziert Ärger.
  • Definieren Sie interne Verantwortlichkeiten klar, um Abstimmungsfehler zwischen Mitarbeitern oder Gewerken zu minimieren.
  • Nach dem Auftrag: Kurze Nachbesprechung oder Feedback einholen, um Prozesse zu verbessern.

Fazit:

 

Viele Streitigkeiten lassen sich vermeiden, wenn beide Seiten von vornherein auf Schriftlichkeit, Klarheit und proaktive Kommunikation setzen. Rechtlich gerät der Handwerker bei Nichteinhaltung eines verbindlichen Termins in Verzug. Dann können Fristen gesetzt und ggf. Schadensersatz oder Rücktritt geltend gemacht werden, z. B. nach erfolgloser Nachfristsetzung.

 

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