Fehlende Höflichkeit von Handwerkern schreckt junge Nachwuchskräfte ab

1. Der Kulturwandel der Generationen

 

Früher galt im Handwerk oft das Motto: „Lehrjahre sind keine Herrenjahre.“ Ein rauer Umgangston wurde als Teil der Abhärtung gesehen.

 

  • Heute: Junge Menschen (Gen Z und Alpha) sind in einem Umfeld aufgewachsen, das Wert auf psychologische Sicherheit und flache Hierarchien legt.
  • Die Folge: Was früher als ehrliches Handwerk galt, wird heute oft als respektlos oder toxisch wahrgenommen. Werden Azubis nur zusammengefaltet, suchen sie sich einen Betrieb, der sie wertschätzt, und die Auswahl ist groß.

2. Höflichkeit als Teil der Arbeitgebermarke

 

In Zeiten des Bewerbermarktes müssen sich Betriebe bei den Fachkräften bewerben, nicht umgekehrt.

 

  • Kommunikation: Ein Bitte und Danke, pünktliche Rückmeldungen auf Bewerbungen und eine strukturierte Einarbeitung sind heute Mindeststandards.
  • Außenwirkung: Unhöfliche Chefs oder Gesellen schrecken nicht nur den Nachwuchs ab, sondern auch Kunden. Ein schlechtes Betriebsklima spricht sich in Zeiten von Online-Bewertungen rasend schnell herum.

3. Die Auswirkungen auf das Recruiting

 

Wenn die Höflichkeit fehlt, entstehen handfeste Probleme für den Betrieb:

 

Bereich

Auswirkung von Unhöflichkeit

Abbruchquote

Azubis brechen die Ausbildung vorzeitig ab, weil sie sich herabgesetzt fühlen.

Empfehlungen

Ein unzufriedener Lehrling wird seinem Freundeskreis aktiv vom Handwerk abraten.

Mental Health

Ein rauer Ton führt zu Stress und höherem Krankenstand, was die Effizienz senkt.

 

4. Was sich ändern muss:

 

Um junge Talente zu binden, braucht es eine Modernisierung der Unternehmenskultur:

 

  • Feedback-Kultur: Kritik muss konstruktiv sein. Statt „Das ist Mist!“ eher „Schau mal, wenn du es so machst, hält es besser.“
  • Vorbildfunktion: Führungskräfte müssen vorleben, wie man respektvoll miteinander und mit Kunden umgeht.
  • Mentoring statt Kommandoton: Erfahrene Kräfte sollten als Coaches auftreten, die ihr Wissen teilen wollen, nicht als Aufseher.

Fazit:

 

Fachliche Kompetenz ist im Handwerk die Basis, aber soziale Kompetenz ist der Kleber, der die Mitarbeiter im Betrieb hält. Höflichkeit kostet kein Geld, aber ihr Fehlen kostet die Zukunft des Betriebs.

 

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