Die aktuelle Lage 2026:
Dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) zufolge fehlen bundesweit geschätzt rund 200.000 Fachkräfte. Ende 2025 waren bei der Bundesagentur für Arbeit etwa 119.565 offene Stellen gemeldet – die reale Zahl liegt höher, weil viele Betriebe (vor allem kleine) gar nicht erst melden.
Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt
Viele Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt (jeder neunte im Schnitt), obwohl die Nachfrage nach handwerklichen Leistungen hoch ist wie z. B. bei Sanierungen, durch die Energiewende oder die Gebäudetechnik. Die demografische Entwicklung verschärft das Problem: Viele erfahrene Handwerker gehen in Rente, und der Akademikerwahn lenkt junge Leute oft vom Handwerk weg.
Für 2026 rechnet der ZDH mit nur minimalem Umsatzwachstum von ca. 1 %, aber mit einem Rückgang der Beschäftigung um rund 60.000 Personen, hauptsächlich altersbedingt.
Viele Stellen bleiben vakant
Trotz Wirtschaftsschwäche bleiben viele Stellen lange vakant, weil qualifizierte Fachkräfte rar sind. Das Handwerk ist einer der Branchen mit den stärksten Engpässen neben der Pflege und bestimmten technischen Berufen.
Darum müssen sich Betriebe jetzt bewerben:
Fachkräfte, besonders gute Gesellen und Meister, haben die Wahl. Sie schauen nicht nur auf Gehalt und Arbeitszeiten, sondern auf:
- Arbeitsbedingungen wie moderne Ausrüstung, faire Überstundenregelung, Work-Life-Balance
- Wertschätzung und Führungskultur
- Entwicklungsmöglichkeiten durch Weiterbildung, Aufstieg zum Meister oder sogar Betriebsübernahme
- Atmosphäre im Team und Sinn der Arbeit z. B. durch Beiträge zur Energiewende oder lokalen Versorgung
Ein guter Job reicht 2026 nicht mehr aus. Bewerber erwarten, dass Betriebe transparent zeigen, wie bei ihnen gearbeitet wird inkl. strukturierter Einarbeitung, klarer Kommunikation und modernen Strukturen.
Tipps, wie Handwerksbetriebe Fachkräfte gewinnen können:
Stärke der Arbeitgebermarke:
Zeigen Sie, wofür Ihr Betrieb steht. Authentische Videos auf Instagram, Reels, TikTok oder YouTube Shorts wie z. B. „Ein Tag als Elektriker bei uns“ oder Baustellen-Behind-the-Scenes erreichen
junge Talente besser als klassische Zeitungsanzeigen.
Aktives Social Recruiting:
Sprechen Sie passiv suchende Fachkräfte direkt über Facebook/Instagram Ads oder LinkedIn/Xing an. Viele erfolgreiche Betriebe nutzen gezielte Kampagnen, die nicht nur die Stelle, sondern das
ganze Team und die Vorteile wie z. B. Firmenwagen, Fortbildungen, Betriebsausflüge hervorheben.
Mitarbeiter als Botschafter:
Empfehlungsprogramme für die eigene Belegschaft funktionieren oft am besten. Zufriedene Mitarbeiter bringen Freunde oder Bekannte mit.
Ausbildung als Investition:
Mehr Betriebe müssen ausbilden und Azubis langfristig binden. Frühe Praktika, Schulkooperationen und attraktive Übernahmechancen helfen.
Weitere Maßnahmen:
· Quereinsteiger qualifizieren und einarbeiten
· Ältere Mitarbeiter länger halten
· Kooperation mit Handwerkskammern und Verbänden für Recruiting-Projekte
· Moderne Arbeitsmittel und Digitalisierung als Pluspunkt darstellen
Klassische Stellenanzeigen und Messen verlieren an Wirkung; digitale und authentische Wege sind entscheidend.
Fazit:
Die Überschrift beschreibt die Realität sehr gut. Wer als Betrieb erfolgreich sein will, muss vom reinen Stellenanbieter zum attraktiven Arbeitgeber werden. Das kostet Zeit und manchmal Geld, zahlt sich aber aus, denn ohne ausreichend Personal bleiben Aufträge liegen, und die Konkurrenz schläft nicht.
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