Unhöflichkeit schadet Handwerksbetrieben mehr als der Fachkräftemangel

Darum schaden Unhöflichkeit und schlechter Service besonders

 

Mund-zu-Mund-Propaganda ist im Handwerk entscheidend:

 

Kunden empfehlen Handwerker primär weiter, wenn sie sich wertgeschätzt fühlen, nicht nur wegen perfekter handwerklicher Qualität. Unfreundlichkeit, unpünktliche Termine, fehlende Rückrufe, arrogante Kommunikation oder das Gefühl, dass der Kunde lästig ist, führen zu negativen Bewertungen, die sich rasend schnell verbreiten. In Zeiten von Google, Instagram und Bewertungsportalen bleibt das haften.

 

Kunden haben Alternativen oder verzichten:

 

Bei langen Wartezeiten durch Personalmangel suchen viele trotzdem weiter oder greifen zu Billig-Anbietern, Schwarzarbeit oder schieben Projekte auf. Wer zusätzlich unfreundlich behandelt wird, merkt sich das und warnt andere. Studien und Umfragen zeigen immer wieder: Qualität, Termintreue und Freundlichkeit/Kommunikation sind Top-Kriterien. Unzufriedenheit entsteht oft nicht nur durch Preise oder Wartezeiten, sondern durch das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden.

 

Image-Schaden für die ganze Branche:

 

Das Klischee vom grummeligen Handwerker, der einem das Gefühl gibt, man störe bei der Arbeit hält sich hartnäckig. Das schreckt nicht nur Kunden ab, sondern auch potenzielle Azubis und Fachkräfte. Wer will in einer Branche arbeiten, die als unfreundlich und wenig kundenorientiert gilt?

 

Fachkräftemangel erklärt nicht alles

 

Der Fachkräftemangel erklärt lange Wartezeiten und überlastete Teams, aber er entschuldigt nicht grobe Unhöflichkeit, fehlende Transparenz bei Kosten oder mangelnde Wertschätzung. Viele Probleme wie z. B. schlechte Erreichbarkeit oder unklare Absprachen sind hausgemacht und könnten durch bessere Organisation, Digitalisierung oder simples Training im Umgang mit Kunden gemildert werden.

 

Strukturelle Gründe

 

Der Mangel ist durch demografische Faktoren, die Bildungspolitik und Attraktivität der Ausbildung strukturell bedingt. Da hilft nur langfristig mehr Nachwuchs, bessere Bezahlung, moderne Arbeitsbedingungen und weniger Bürokratie. Unhöflichkeit und schlechter Service sind aber ein selbstverschuldetes Problem, das man sofort angehen kann und muss, denn beide multiplizieren den Schaden:

 

  • Freundliche, zuverlässige Kommunikation baut Loyalität auf und führt zu Weiterempfehlungen.
  • Guter Service macht den Betrieb attraktiver für Mitarbeiter, die weniger Stress durch genervte Kunden haben.
  • Betriebe, die trotz Fachkräftemangel punkten, investieren in Prozesse: klare Angebote, pünktliche Rückmeldungen, Wertschätzung gegenüber Kunden und eigenem Team.

Der Fachkräftemangel ist ein schwerwiegendes, systemisches Problem, das vielen Handwerksbetrieben das Leben schwer macht. Aber Unhöflichkeit, Unzuverlässigkeit oder fehlende Kundenorientierung schaden oft proportional mehr, weil sie vermeidbar sind und das ohnehin angespannte Verhältnis zu Kunden vergiften.

 

Fazit:

 

Wer als Betrieb höflich, transparent und serviceorientiert bleibt, gewinnt trotz Mangel Aufträge und Empfehlungen und steht besser da. Viele gute Handwerker machen das vorbildlich und haben volle Auftragsbücher und zufriedene Teams. Die These ist also nicht falsch: Der eigene Umgangston und Service können den Unterschied zwischen Überleben und Blühen ausmachen.

 

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