Zu diesen Kostenpositionen gehören:
- Materialkosten: Die sind in den letzten Jahren stark gestiegen (Inflation, Lieferkettenprobleme, Energiepreise).
- Dazu kommen Anfahrtswege zum Großhändler, Lagerhaltung, Abfallentsorgung und oft Ausschuss (kaputte Teile, Fehlschnitte).
- Lohn- und Personalkosten: Ein Handwerker verdient brutto vielleicht 3.000–4.500 €, aber der Betrieb zahlt weit mehr: Sozialabgaben, Lohnnebenkosten (teilweise über 40 %), Urlaub, Krankheit, Fortbildung, Versicherungen.
- Nicht jede Stunde auf der Baustelle ist abrechenbar. Fahrzeit, Planung, Angebotserstellung, Verwaltung, Fehlzeiten und unproduktive Zeit fressen einen großen Teil weg. Deshalb liegen reale Stundenverrechnungssätze oft bei 50–80 € netto oder höher, obwohl der reine Lohn viel niedriger ist.
- Betriebskosten: Werkstatt, Fahrzeuge (Anschaffung, Benzin, Versicherung, Wartung), Werkzeuge (die teuer sind und verschleißen), Büro, Software, Buchhaltung, Steuern, Haftpflicht- und Gewährleistungsrisiken.
- Weitere Faktoren: Fachkräftemangel führt zu längeren Wartezeiten und höherer Nachfrage, was Preise nach oben treibt. Dazu kommen Risiken wie unvorhergesehene Probleme z. B. versteckte Schäden hinter der Wand, Garantien, Nachbesserungen oder einfach der Aufwand für saubere Arbeit und Kundenzufriedenheit.
Viele Kunden vergleichen unbewusst mit Schwarzgeld-Zeiten oder DIY aus dem Baumarkt und unterschätzen, dass ein professioneller Betrieb all diese Kosten decken und noch einen, meist bescheidenen, Gewinn machen muss, um zu überleben.
Transparenz hilft oft am besten, ohne defensiv zu wirken:
- Frühzeitig aufklären: Schon im ersten Gespräch oder im Angebot kurz erklären: „Der Preis setzt sich zusammen aus Material (ca. X %), Arbeitszeit (inkl. Vorbereitung und Nachbereitung) und den notwendigen Betriebskosten. So können wir Qualität und Pünktlichkeit garantieren.“
- Angebote detailliert aufschlüsseln: Nicht nur Pauschalpreis, sondern Positionen wie Material, Stunden, Anfahrt etc. Das macht es nachvollziehbar. Manche splitten hohe Preise psychologisch auf (z. B. „pro Quadratmeter“ oder in Teilschritte).
- Mehrwert betonen: Statt nur Preis zu verteidigen: „Durch gute Vorbereitung sparen Sie später teure Nachbesserungen. Wir haften 5 Jahre, räumen sauber auf und kommen pünktlich.“
- Preiserhöhungen positiv kommunizieren: Bei steigenden Kosten ruhig erklären, warum (z. B. „Materialpreise +15 % in den letzten Monaten“), ohne zu jammern. Viele Kunden akzeptieren das, wenn es nachvollziehbar ist.
- Festpreise oder klare Kostenvoranschläge: Reduziert Überraschungen. Bei Abweichungen frühzeitig Bescheid geben.
Fazit:
Kunden, die nur auf den niedrigsten Preis schauen, sind oft die anstrengendsten wegen Nachverhandlungen und Reklamationen. Die wertschätzenden Kunden, die Qualität und Zuverlässigkeit wollen, verstehen meist, wenn man es ihnen einmal gut erklärt.
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