Ein niedriger Einstiegspreis dient manchen Handwerksunternehmen oft nur als Köder

Darum ist das so verbreitet:

 

Handwerksbetriebe stehen unter starkem Konkurrenzdruck durch z. B. Fachkräftemangel, steigende Löhne und Materialkosten. Manche kalkulieren bewusst zu niedrig, um den Auftrag zu bekommen, und hoffen auf die Nachkalkulation, also dass sie später noch genug draufpacken können.

 

Seriöse Betriebe machen das nicht, weil eine solide Vorkalkulation mit realistischen Stundensätzen, Material und Gewinnzuschlag und eine anschließende Nachkalkulation zeigen würde, dass sie damit Verluste machen oder zumindest keinen vernünftigen Gewinn erzielen.

 

 

Typische Maschen:

 

  • Der Angebotspreis deckt nur die reinen Material- oder Grundarbeitskosten.
  • Bei der Ausführung tauchen plötzlich notwendige Zusatzarbeiten auf, die eigentlich schon im Vorfeld erkennbar gewesen wären.
  • Es werden Pauschalpreise ohne detaillierte Leistungsbeschreibung vereinbart, die später ausgelegt werden können.
  • Es werden sehr günstige Online- oder Flyer-Angebote gemacht, die vor allem in Notfällen wie z. B. Rohrbruch oder Schlüsseldienst locken.

Verbraucherschützer warnen regelmäßig genau davor: Wenn ein Angebot deutlich unter den ortsüblichen Preisen liegt, ist Skepsis angebracht. Zu gut klingt oft unseriös.

 

 

Wie Kunden sich schützen:

 

  1. Mehrere Angebote einholen, mindestens drei, idealerweise von regionalen, empfohlenen Betrieben über Bekannte, Handwerkskammer oder Bewertungsportale.
  2. Auf detaillierte Leistungsbeschreibung achten: Was genau ist enthalten? Welche Ausschlüsse gibt es? Festpreis oder Stundenlohn?
  3. Referenzen und Bewertungen prüfen, nicht nur Sterne, sondern echte Kundenkommentare zu Endpreis vs. Angebot.
  4. Schriftlichen Vertrag mit Festpreisvereinbarung und klarer Regelung für Nachträge verlangen.
  5. Keine Vorkasse außer einer kleinen Anzahlung) und Rechnung erst nach Abnahme zahlen.

Fazit:

 

Gute Handwerker leben von Mund-zu-Mund-Propaganda und wiederkehrenden Kunden. Sie brauchen keine Lockpreise, weil sie mit fairer Kalkulation und Qualität punkten. Schlechte oder unseriöse Betriebe brauchen den Köder, um überhaupt ins Geschäft zu kommen.

 

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