Wer als Handwerker junge Talente gewinnen will, muss attraktiver sein als seine Konkurrenz

Darum ist das so schwierig:

 

Junge Menschen (Gen Z) haben oft ein gemischtes Bild vom Handwerk: Viele finden die Arbeit grundsätzlich attraktiv und ca. 29 % können sich dort ihre Karriere vorstellen, aber das Image leidet unter Klischees wie schmutzig, schwer, schlecht bezahlt oder mangelnder Sichtbarkeit. Viele Jugendliche fühlen sich außerdem schlecht informiert über Handwerksberufe. Gleichzeitig punkten andere Branchen mit höheren Azubi-Gehältern, flexibleren Arbeitszeitmodellen oder dem coolen Büro-Image.

 

 

Die gute Nachricht:

 

Viele junge Leute schätzen genau das, was das Handwerk bietet. Das sind praktisches Arbeiten, schnelle Verantwortung, greifbare Ergebnisse und gute Verdienstmöglichkeiten nach der Ausbildung. Meister können im Handwerk deutlich über Bachelor-Niveau liegen.

 

Die wirksamsten Hebel für mehr Attraktivität, basierend auf aktuellen Strategien und Beispielen:

 

Sichtbarkeit und authentische Arbeitgebermarke:


Sei da, wo die Jugend ist: TikTok, Instagram, YouTube. Zeige echten Alltag, nicht gestellte Werbefotos, sondern Azubis und Gesellen, die erzählen, was ihnen an der Arbeit Spaß macht wie z. B. von der ersten Baustelle bis zum eigenen Projekt. Humorvolle, kurze Videos kommen besonders gut an. Erfolgsbeispiele zeigen: Ein Dachdeckerbetrieb hat mit regelmäßigen TikToks hunderte Views und mehr Bewerbungen generiert. Klassische Zeitungsanzeigen erreichen die Zielgruppe kaum noch.

 

Früh Kontakt aufbauen:


Kooperiere mit Schulen: Praktika, Schnuppertage, Tage der offenen Tür oder Azubi-Speed-Datings. Viele entscheiden sich erst nach einem echten Einblick für das Handwerk. Frühe Präsenz, schon in der Schule, ist entscheidend.

 

Attraktive Arbeitsbedingungen und Benefits:

 

·       Gute Ausbildung: Strukturierter Einstieg, Mentoring, abwechslungsreiche Aufgaben und echte Verantwortung von Anfang an. Azubis wollen keine Kaffeeholer sein.

·       Flexible Modelle: Mehr Einfluss auf Arbeitszeiten, besonders wichtig für ältere Mitarbeiter, die länger bleiben würden.

·       Zusatzleistungen: Moderne Ausrüstung, Firmenwagen/Moped, betriebliche Altersvorsorge, Gesundheitsangebote, Weiterbildung oder sogar Nachhaltigkeitsprojekte (Gen Z legt Wert darauf).

·       Kultur: Wertschätzung, gutes Teamklima und faire Bezahlung. Schlechte Ausbildungsbedingungen führen zu hohen Abbrecherquoten.

 

Karriereperspektiven klar machen:


Zeige den Weg vom Azubi über den Gesellen zum Meister oder sogar Betriebsübernehmer. Handwerk bietet oft schnellere Verantwortung und gute Verdienste. Mehr, als viele denken. Das muss kommuniziert werden.

 

Intern starten:


Zufriedene Mitarbeiter sind die besten Botschafter. Baue deine Arbeitgebermarke von innen auf, bevor du nach außen wirbst. Authentizität ist entscheidend, leere Versprechen fliegen schnell auf.

 

Attraktivität ist keine Besonderheit mehr:

 

Wer sich nur auf den traditionsreichen Familienbetrieb verlässt, verliert gegen Konkurrenten, die digital präsent, modern und azubifreundlich auftreten. Der Schlüssel liegt in Authentizität plus Sichtbarkeit plus echten Verbesserungen.

 

Fazit:

 

Handwerksbetriebe, die das umsetzen, z. B. über Social Media oder Praktika, berichten von deutlich mehr Bewerbungen. Es lohnt sich: Das Handwerk bietet großartige Chancen: kreativ und zukunftsorientiert durch Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Technik. Und das mit hoher Job-Sicherheit. Wer das jungen Talenten nahelegt und besser ist als die Konkurrenz, gewinnt nicht nur Azubis, sondern baut langfristig ein starkes Team auf.

 

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