Darum passiert das so oft:
- Was für den Handwerker Alltag ist wie z. B. bestimmte Arbeitsschritte, Materialeigenschaften oder Normen, ist für den Kunden eine Ausnahmesituation.
- Kunden geben selten zu, dass sie etwas nicht verstehen, aus Angst, ausgenutzt zu werden oder einfach nur dumm dazustehen.
- Handwerker erklären manchmal zu technisch, statt mit Alltagsvergleichen oder einfachen Worten.
Handwerker sollten bestimmte Begriffe im Kundengespräch vermeiden oder anders formulieren, weil sie negative Assoziationen wecken:
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Handwerker sagt: |
Kunde versteht: |
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Baustelle |
Dreck, Staub, Lärm, Chaos, Schaden |
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Problem |
Stress, Ärger, Geldverlust, Inkompetenz |
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Schwierig |
Der Handwerker ist überfordert |
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Dreck |
Riesensauerei – ich muss selbst putzen |
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Lärm |
Stress + Ärger mit Nachbarn |
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Kaputt |
Großer Schaden, auf dem ich sitzen bleibe |
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Unmöglich |
Der will sich keine Mühe geben |
Besser: Stattdessen positive oder neutrale Formulierungen wählen, z. B. „Wir richten den Bereich her“, „Das ist eine Herausforderung, die wir so lösen“ oder „Das erfordert eine andere Herangehensweise“.
Hier einige Beispiele aus verschiedenen Gewerken, die Kunden oft nicht korrekt einordnen können:
- „Auf Maß“: Klingt für viele wie genau passend, meint aber oft individuell zugeschnitten nach genauen Messungen wie z. B. bei Türen, Regalen oder Arbeitsplatten. Kunden denken manchmal, es sei schon fertig oder günstiger.
- „Verputzen“ / „Spachteln“: Nicht einfach streichen. Verputzen bedeutet, eine Schicht Putz auftragen, z. B. für glatte oder strukturierte Wände. Spachteln ist das Füllen und Glätten von Fugen, Löchern oder Unebenheiten wie z. B. im Trockenbau oder vor dem Streichen. Viele Kunden unterschätzen den Aufwand.
- „Unterkonstruktion“: z. B. bei Trockenbau oder Decken. Das unsichtbare Gerüst aus Metallprofilen oder Holz, auf dem später Platten befestigt werden.
- „Q3/Q4“ bei Maler- oder Spachtelarbeiten: Qualitätsstufen für die Oberflächenglätte. Q4 ist sehr glatt, fast wie eine Möbeloberfläche, Q1 ist eher grob. Kunden wissen selten, was das für den Preis und das Endergebnis bedeutet.
- „Estrich“: Der Unterboden (z. B. für Fliesen oder Laminat. „Schwimmender Estrich“ ist nicht befestigt, sondern liegt lose auf einer Dämmschicht.
- Sanitär/Elektro: „Rohr im Rohr-System“, „Druckverlust“, „FI-Schalter“, „Leitungsschutzschalter“ oder „Potentialausgleich“ sind technische Details, die Kunden oft nicht mit funktioniert übersetzen.
Tipps, um Missverständnisse zu vermeiden
Für Handwerker:
- Erkläre Fachbegriffe mit Alltagsvergleichen wie z. B. „Spachteln ist wie Löcher in der Wand mit Kitt zuschmieren und dann glattschleifen, damit die Farbe später perfekt aussieht“.
- Skizziere auf einem Klemmbrett oder zeige Fotos von ähnlichen Arbeiten.
- Fasse das Gesagte zusammen: „Habe ich das richtig verstanden, dass Sie…?“
- Vermeide Tabuwörter und spreche über Lösungen statt Probleme.
Für Kunden:
- Trau dich ruhig nachzufragen! Sätze wie „Können Sie mir das nochmal mit einfachen Worten erklären?“ oder „Was genau bedeutet ‚auf Maß‘ hier?“ sind völlig okay und zeigen Interesse.
- Lass dir Angebote schriftlich geben und frage nach, wenn Begriffe unklar sind.
- Vereinbare vorab einen Abnahmetermin und eine genaue Leistungsbeschreibung.
Fazit:
Gute Kommunikation spart am Ende allen Beteiligten Zeit, Geld und Nerven. Viele Konflikte entstehen nicht durch schlechte Arbeit, sondern durch aneinander vorbeireden.
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