Viele Handwerkskunden fallen auf Kostenfallen herein, weil alternative Angebote fehlen

Darum fallen Kunden so oft darauf herein:

 

Dringlichkeit und Notlagen:

 

Bei einer verstopften Toilette, einem Heizungsausfall am Wochenende, einer ausgesperrten Wohnung oder einem Rohrbruch brauchen Menschen schnelle Hilfe. In solchen Momenten greifen viele zum erstbesten Notdienst aus dem Internet oder dem Telefonbuch. Unseriöse Anbieter nutzen das aus: Sie werben mit schnellen Einsätzen, rechnen aber horrende Stundensätze, überflüssige Materialmeter oder Ersthilfe-Pauschalen ab, teilweise 1.000–2.000 € für Arbeiten, die seriös 300–500 € kosten würden.

 

Fehlende Vergleichsmöglichkeit:

 

Viele Kunden holen keine zweiten oder dritten Angebote ein, weil sie unter Zeitdruck stehen, den Markt nicht kennen oder glauben, dass das vorliegende Angebot schon passen wird. Besonders bei privaten Haushalten oder in Wohnungseigentümergemeinschaften fehlen oft Vergleichsangebote. Der Bundesgerichtshof hat klargestellt, dass es keine generelle Pflicht gibt, drei Angebote einzuholen. Fehlende Vergleiche machen einen Beschluss also nicht automatisch ungültig. Dennoch bleibt ein Auftrag anfechtbar, wenn das gewählte Angebot objektiv überteuert oder ungeeignet ist.

 

Intransparenz und mangelnde Erfahrung:

 

Handwerkerpreise sind frei kalkulierbar. Ohne detaillierte Leistungsbeschreibung und Vergleich ist schwer zu erkennen, ob hohe Stundensätze, Materialaufschläge oder Nacht-bzw. Wochenendzuschläge gerechtfertigt sind. Viele Kunden unterschreiben schnell, ohne alles schriftlich zu fixieren.

 

Marktsituation:

 

Fachkräftemangel und hohe Auslastung bei seriösen Betrieben machen es schwer, kurzfristig Alternativen zu finden. Unseriöse fliegende Handwerker oder über Portale vermittelte Anbieter füllen diese Lücke, oft mit Abzocke. Das Problem schadet nicht nur den Kunden, sondern auch dem seriösen Handwerk, das unter Generalverdacht gerät. Die beste Prävention ist, mehrere vergleichbare Angebote einzuholen, idealerweise 2–3 von regionalen, bewährten Betrieben.

 

Hier ein paar konkrete Tipps:

 

Bei Nicht-Notfällen: Immer schriftliche, detaillierte Angebote und nicht nur unverbindliche Kostenvoranschläge verlangen. Achte auf gleiche Leistungsbeschreibung, Materialqualität und Garantie. Vergleiche nicht nur den Endpreis, sondern jede Position wie Stunden, Material und Anfahrten.

 

Bei Notfällen:

 

·       Rufnummern seriöser lokaler Handwerker oder Hausmeisterdienste im Voraus speichern.

·       Im Internet kritisch suchen: Vermeide Anzeigen mit 24h-Notdienst und Anrufweiterleitungen ins Ausland.

·       Vorab nach Festpreis oder grobem Kostenschätzung fragen und auf Barzahlungsdruck nicht eingehen.

·       Verbraucherzentralen bieten Checklisten für Handwerker-Portale und Notdienste.

 

Allgemein:

 

·       Vertrag schriftlich machen: Was genau wird gemacht? Bis wann? Zu welchem Preis? Was passiert bei Mehrkosten?

·       Bei überhöhter Rechnung: Nicht sofort zahlen, schriftlich beanstanden und ggf. nur den angemessenen Teil begleichen. Mängel berechtigen zur Nachbesserung oder Minderung.

·       Regionale Empfehlungen nutzen wie z. B. über Handwerkskammer, Nachbarn oder Bewertungsportale.

 

Fazit:

 

Viele Verbraucherzentralen warnen regelmäßig vor genau diesen Fallen und berichten von Fällen, in denen Rechnungen für einfache Arbeiten explodieren. Das Einholen alternativer Angebote ist der wirksamste Schutz, auch wenn es manchmal mühsam ist. Seriöse Handwerker haben damit meist kein Problem, unseriöse schon.

 

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