Wenn Zusatzleistungen im Handwerk nicht schriftlich fixiert werden, fängt das Feilschen an

Darum knallt es bei Nachträgen ohne Schriftform

 

Selektive Wahrnehmung: Der Kunde denkt, die Leistung gehöre zum Auftrag. Der Handwerker sieht nur den Mehraufwand. Ohne Dokumentation stehen zwei subjektive Wahrheiten gegeneinander.

 

Die Salamitaktik: Viele kleine Änderungen summieren sich. Am Ende präsentiert der Handwerker eine saftige Nachforderung, und der Kunde fällt aus allen Wolken, weil er den Überblick über die Einzelposten verloren hat.

 

Beweisnot: Rechtlich gesehen ist der Handwerker in der Pflicht, nachzuweisen, dass eine Leistung zusätzlich bestellt wurde. Ohne Zettel oder E-Mail bzw. Messenger-Verlauf wird das vor Gericht oder bei der Rechnungsprüfung schwierig.

 

Die Lösung: Nachtragsmanagement „light“

 

Man muss nicht für jeden gesetzten Dübel einen dreiseitigen Vertrag aufsetzen. Aber eine klare Linie ist überlebenswichtig:

 

Methode

Aufwand

Wirkung

Nachtragsangebot

Hoch

Maximal. Vor Ausführung unterschreiben lassen. Schützt beide Seiten rechtlich voll ab.

Bautagebuch / Regieschein

Mittel

Sehr gut. Der Kunde unterschreibt täglich die geleisteten Stunden und das Material.

Kurze Bestätigung (WhatsApp/E-Mail)

Gering

Überraschend effektiv. „Wie besprochen führen wir X zusätzlich für ca. Y Euro aus.“ Ein kurzes „OK“ des Kunden reicht oft als Beleg.

 

Profi-Tipp

 

Sprechen Sie das Thema vor Baubeginn aktiv an: „Frau/Herr Kunde, wenn sich während der Arbeiten Änderungen ergeben, schicke ich Ihnen kurz eine Nachricht mit den Kosten, bevor wir weitermachen. So erleben wir am Ende beide keine Überraschung bei der Rechnung.“

 

Fazit:

 

Das wirkt nicht bürokratisch, sondern professionell und transparent. Wer Transparenz sät, erntet am Ende weniger Diskussionen beim Bezahlen.

 

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