Das steckt in einer Handwerkerstunde
Ein Fachbetrieb ist ein komplexes Gebilde mit hohen Fixkosten. Die 80 € auf der Rechnung teilen sich grob wie folgt auf:
- Lohn & Lohnnebenkosten: Der eigentliche Bruttolohn des Handwerkers plus Sozialversicherungen wie Rente, Krankenversicherung und Arbeitslosenversicherung.
- Nicht produktive Zeiten: Der Chef bezahlt den Mitarbeiter auch für Urlaub, Krankheitstage, Fortbildungen und die Zeit, in der das Werkzeug im Lager sortiert wird. Diese Kosten müssen auf die echten, abrechenbaren Arbeitsstunden beim Kunden umgelegt werden.
- Betriebsgemeinkosten: Miete für Werkstatt und Lager, Strom, Versicherungen, Buchhaltung, Berufsgenossenschaft und die teure Software für die Kalkulation.
- Fuhrpark & Werkzeug: Ein voll ausgestatteter Transporter kostet inklusive Benzin, Wartung und Spezialwerkzeugen (die oft Tausende Euro kosten) ein Vermögen.
- Gewinn & Wagnis: Ein Betrieb muss Rücklagen bilden und einen kleinen Gewinn erwirtschaften, um investieren zu können oder falls mal etwas schiefgeht oder Gewährleistungen anstehen.
Darum wirkt es so teuer:
Früher konnten Handwerker einen Teil der Lohnkosten über den Materialaufschlag finanzieren. Da Kunden heute aber jeden Preis im Internet vergleichen können, sinken die Margen beim Material. Die Betriebe sind also gezwungen, die eigentlichen Kosten der Arbeit ehrlich über den Stundenlohn abzubilden.
Ein kleiner Trost: Der Staat hilft mit
In Deutschland können Privatpersonen 20 % der Handwerkerlohnkosten bis zu einem Höchstbetrag von 1.200 € pro Jahr direkt von der Einkommensteuer absetzen.
Fazit:
Das gilt für die Arbeits- und Fahrtkosten, nicht für das Material. Achten Sie also darauf, dass diese Posten auf der Rechnung getrennt aufgeführt sind und Sie unbar, also per Überweisung bezahlen.
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