Mancher Handwerker berechnet seinen Kunden jede Abweichung vom Plan als Nachtrag

Darum sind Handwerker manchmal penibel

 

Es gibt gute Gründe, und manchmal auch weniger gute, warum jede Abweichung sofort als Nachtrag auf dem Papier landet:

 

  • Kalkulationsschutz: Handwerksbetriebe kalkulieren oft mit knappen Margen. Wenn ein Material teurer ist oder eine Wand zwei Stunden länger braucht, weil der Plan nicht stimmte, zahlt der Betrieb ohne Nachtrag drauf.
  • Haftungsfragen: Ein Nachtrag dokumentiert die Änderung. Wenn später etwas schiefgeht, dient der Nachtrag als Beweis, dass der Kunde die Abweichung vom ursprünglichen Plan explizit so wollte.
  • VOB/B vs. BGB: Im Bauvertragsrecht, besonders nach VOB/B), ist die schriftliche Anmeldung von Mehrkosten oft zwingend erforderlich, um den Anspruch nicht zu verlieren.

Die verschiedenen Typen der Nachtragsjäger:

 

Typ

Vorgehensweise

Bewertung

Der Korrekte

Meldet Mehrkosten an, bevor er die Arbeit ausführt.

Fair und transparent. Keine Überraschungen bei der Schlussrechnung.

Der Nachtragssammler

Schweigt während der Bauphase und präsentiert am Ende eine dicke Liste.

Rechtlich oft angreifbar und sorgt für massiven Ärger.

Der Strategie-Bieter

Bietet das Hauptgewerk günstig an, um den Auftrag zu bekommen, und "holt" sich das Geld über teure Nachträge zurück.

Unseriös, aber leider eine verbreitete Markttaktik.

 

Tipps für den Umgang mit Nachträgen

 

Damit die Kosten nicht explodieren, hilft meist nur eine klare Kommunikation zu Beginn:

 

·       Präzise Leistungsbeschreibung: Je detaillierter der ursprüngliche Plan, desto weniger Raum bleibt für ungeplante Mehrleistungen.

 

·       Schriftform wahren: Bestehen Sie darauf, dass Nachträge sofort besprochen und abgezeichnet werden. So behalten Sie die Kostenkontrolle in Echtzeit.

 

·       Pauschalverträge prüfen: Bei einem echten Pauschalpreis trägt der Handwerker ein größeres Risiko für kleinere Abweichungen, allerdings sind diese Verträge in der Erstellung oft teurer.

 

Fazit

 

Ein gewisses Maß an Flexibilität gehört zum Bauen dazu. Wenn ein Handwerker aber jede Schraube, die er 10 cm weiter links eindreht, extra berechnet, deutet das oft auf ein gestörtes Vertrauensverhältnis oder eine sehr angespannte wirtschaftliche Lage des Betriebs hin.

 

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