Darum machen Handwerker das:
Beweis der korrekten Ausführung:
Viele Arbeiten wie z. B. Verkabelung, Dämmung, Unterkonstruktion, Abdichtungen oder Verlegung von Rohren werden später verdeckt. Wenn der Kunde Monate oder Jahre später einen Mangel reklamiert, können Fotos zeigen, dass der Handwerker fachgerecht gearbeitet hat. Das entlastet bei Haftungsfragen oder Gewährleistungsansprüchen.
Dokumentation von Vorleistungen und Bedenken:
Handwerker haben eine Prüf- und Hinweispflicht gegenüber Vorgewerken (z. B. nach VOB/B). Fotos helfen, erkennbare Mängel am Altbestand oder an Arbeiten anderer Gewerke rechtzeitig zu dokumentieren und Bedenken schriftlich anzumelden. Das kann die eigene Haftung erheblich reduzieren oder sogar ausschließen.
Abnahme und Abrechnung:
Fotos unterstützen das Abnahmeprotokoll und machen spätere Nachträge oder Streitigkeiten über erbrachte Leistungen nachvollziehbar.
Marketing:
Zwischenschritte eignen sich gut für Referenzfotos auf der Website oder in Social Media. Sie wirken authentisch und zeigen Kompetenz besser als nur das Endergebnis. Allerdings gelten hier strengere Regeln.
Interne Dokumentation:
Das reine Fotografieren von Zwischenschritten auf der Baustelle oder beim Kunden ist in der Regel unproblematisch, solange es der Beweissicherung dient. Ein berechtigtes Interesse überwiegt hier oft gegenüber dem Recht am eigenen Bild oder Datenschutzfragen.
Wichtig:
Fotos sollten zeitgestempelt, mit Orts- und Projektangabe versehen und gut archiviert werden, z. B. in einer Handwerkersoftware oder Cloud mit Versionshistorie. Reine Fotos ohne Kontext sind vor Gericht schwächer als eine strukturierte Dokumentation im Bautagebuch mit Fotos und Protokoll.
Bei Veröffentlichung z. B. als Referenz auf der Website:
· Bei Personen sollte eine schriftliche Einwilligung eingeholt werden (DSGVO plus Kunsturhebergesetz).
· Private Räume oder erkennbare Kundeneigentümer: besser ist eine Einverständniserklärung des Auftraggebers.
· Bei reinen Arbeitsdetails ohne identifizierbare Personen oder Räume ist es oft unproblematisch.
Praktische Tipps für eine gute Dokumentation:
Standardisieren: Legen Sie im Betrieb feste Regeln fest, welche Schritte immer fotografiert werden wie z. B. vor dem Verputzen, nach dem Verlegen der Leitungen, bei kritischen Abdichtungen.
Qualität: Mehrere Perspektiven (Übersicht + Detail), gute Ausleuchtung, keine Finger im Bild.
Zusätzliche Infos: Notieren Sie Datum und Uhrzeit, Gewerk, verwendete Materialien und ggf. Beteiligte.
Tools: Viele nutzen Apps oder Handwerkersoftware, die Fotos direkt mit dem Auftrag verknüpfen, Zeitstempel automatisch setzen und eine revisionssichere Archivierung ermöglichen.
Vorher-Nachher:
Kombinieren Sie Zwischenschritte mit Vorher-Nachher-Fotos. Das macht die Dokumentation besonders stark.
Fazit:
Die Praxis Zwischendurch-Fotografierens ist nicht nur üblich, sondern aus Sicht des Risikomanagements sogar empfehlenswert. Eine gute Fotodokumentation spart im Streitfall teure Gutachten oder Gerichtsverfahren und stärkt die Position des Handwerkers erheblich.
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