1. Die psychologische Hürde nehmen
Viele Handwerker scheuen sich, Mehrkosten anzumelden, weil sie Angst vor Konflikten mit dem Kunden haben.
- Fakt ist: Ein Nachtrag ist keine „Preistreiberei“, sondern die faire Abrechnung einer Leistungsänderung.
- Die Regel: Wer bestellt, bezahlt. Klare Kommunikation zu Beginn verhindert dicke Luft am Ende.
2. Den Prozess standardisieren
Ein strukturiertes Vorgehen schützt vor Vergesslichkeit und Beweisnot:
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Schritt |
Aktion |
Ziel |
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Erkennung |
Abweichung vom LV (Leistungsverzeichnis) sofort identifizieren. |
Frühwarnsystem aktivieren. |
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Dokumentation |
Fotos machen, Behinderungsanzeige schreiben, Zeitaufwand notieren. |
Beweisgrundlage schaffen. |
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Anmeldung |
Dem Kunden die Mehrleistung schriftlich anzeigen (vor Ausführung!). |
Rechtssicherheit (VOB/B oder BGB). |
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Angebot |
Nachtragsangebot kalkulieren und unterschreiben lassen. |
Preisliche Einigung erzielen. |
3. Die Salamitaktik vermeiden
Nachträge sollten nicht gesammelt am Ende des Projekts präsentiert werden. Das führt fast immer zu Streit, da das Budget des Kunden dann meist erschöpft ist.
- Lösung: Nachträge zeitnah abrechnen oder zumindest förmlich bestätigen lassen, während die erbrachte Leistung noch für alle sichtbar und präsent ist.
4. Kalkulatorische Disziplin
Ein Nachtrag bietet die Chance, die Marge zu korrigieren, falls das Hauptangebot sehr scharf kalkuliert war.
- Wichtig: Nutzen Sie aktuelle Marktpreise für Material und realistische Zeitansätze.
- Transparenz: Wenn Sie dem Kunden erklären können, warum der Mehraufwand entsteht wie z. B. bei unvorhersehbarem Untergrund, steigt die Akzeptanz.
Tipp:
Nutzen Sie digitale Tools. Eine App, mit der Monteure direkt auf der Baustelle Fotos machen und Mehrleistungen vom Kunden digital quittieren lassen können, ist der effektivste Margenretter.
Fazit:
Nachtragsmanagement ist kein Misstrauensvotum gegen den Kunden, sondern professionelles Projektcontrolling. Wer die Dokumentation im Griff hat, muss am Ende nicht um sein Geld betteln.
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