Handwerkerkunden sollten auf Distanz zu Billiganbietern gehen

Warum billig oft teuer wird:

 

Wer am Preis spart, spart meistens an Stellen, die dem Kunden erst später auf die Füße fallen. Hier sind die klassischen Risikofaktoren:

 

  • Mangelhafte Materialqualität: Billiganbieter verwenden oft B-Ware oder Materialien, die nicht langlebig sind. Das Ergebnis: Verschleiß nach zwei Jahren statt nach zwanzig.
  • Fehlende Gewährleistung: Seriöse Handwerker stehen für ihre Arbeit gerade. Billiganbieter verschwinden oft vom Markt oder sind bei Reklamationen plötzlich nicht mehr erreichbar.
  • Versteckte Kosten: Oft ist das Angebot nur deshalb so niedrig, weil essenzielle Leistungen wie Anfahrt, Entsorgung oder Kleinmaterial fehlen und später teuer nachberechnet werden.
  • Sicherheitsrisiken: Besonders bei Elektro- oder Sanitärinstallationen können Pfusch und mangelnde Fachkenntnis lebensgefährlich sein oder schwere Wasserschäden verursachen.

Der Vergleich: Billiganbieter vs. Fachbetrieb

 

Merkmal

Billiganbieter (oft „Allrounder“)

Qualifizierter Fachbetrieb

Kalkulation

Pauschal und vage

Transparent und detailliert

Qualifikation

Oft ungelernt oder fachfremd

Meisterbrief / Gesellenprüfung

Versicherung

Häufig unzureichend versichert

Betriebshaftpflicht vorhanden

Rechnung

Oft „ohne Beleg“ (illegal)

Offizielle Rechnung (steuerlich absetzbar)

 

Tipps für Kunden: So erkennt man Qualität

 

Statt nur auf die Endsumme zu schauen, sollten Kunden diese Checkliste nutzen:

 

  1. Referenzen prüfen: Lassen Sie sich Bilder von abgeschlossenen Projekten zeigen oder lesen Sie echte Online-Bewertungen.
  2. Detaillierte Angebote einfordern: Ein seriöses Angebot schlüsselt Lohn- und Materialkosten präzise auf.
  3. Nach der Innungsmitgliedschaft fragen: Fachbetriebe in der Innung unterliegen gewissen Standards und bieten oft Schlichtungsstellen bei Streitigkeiten.
  4. Bauchgefühl: Wirkt der Handwerker kompetent in der Beratung? Nimmt er sich Zeit für die Aufmaß-Termine?

Fazit für Kunden:

 

Handwerkerleistungen können in Deutschland steuerlich geltend gemacht werden mit 20% der Lohnkosten, bis zu 1.200 € pro Jahr. Diesen Vorteil verliert man bei Schwarzarbeit oder Barzahlungen von Billiganbietern sofort und zahlt am Ende fast dasselbe wie beim Profi, aber ohne Sicherheit.

 

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