Der Fachkräftemangel trifft das Handwerk auch auf der Meisterebene

Die IW-Studien zeigen sogar ein sehr paradoxes Bild: Während rein zahlenmäßig am meisten Gesellen fehlen, ist die sogenannte Stellenüberhangsquote bei Meisterinnen und Meistern oft am höchsten. Das bedeutet: Wenn ein Betrieb gezielt einen Meister sucht, ist es prozentual noch schwerer, diesen zu finden, als einen Gesellen.

 

Das Problem verschärft sich an drei kritischen Fronten:

 

1. Das Nachfolge-Problem (Demografischer Wandel)

 

Die Generation der Babyboomer geht in den Ruhestand. Tausende etablierte Handwerksbetriebe stehen vor der Übergabe.

 

  • Das Dilemma: Es gibt schlicht zu wenige junge Meister, die bereit sind, das unternehmerische Risiko einzugehen und einen Betrieb zu übernehmen.
  • Die Folge: Gesunde, profitable Betriebe müssen schließen, weil kein Nachfolger mit dem nötigen Meistertitel da ist.

2. Abwanderung in die Industrie

 

Viele, die den Meisterbrief in der Tasche haben, kehren dem klassischen, oft körperlich harten Baustellen-Alltag den Rücken.

 

  • Sie wechseln in die Industrie, den öffentlichen Dienst oder zu Energiekonzernen.
  • Dort locken geregelte Arbeitszeiten, oft bessere Tariflöhne, weniger körperliche Belastung und modernere Strukturen. Dem inhabergeführten Handwerksbetrieb fehlt damit die qualifizierte Führungskraft vor Ort.

3. Engpass bei den Klimazielen

 

Gerade in den Schlüsselgewerken der Energiewende wie der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK) sowie der Elektrotechnik ist die Lage dramatisch. Hier fehlen Meister an allen Ecken, um komplexe Wärmepumpen-Systeme, PV-Anlagen oder Smart-Home-Infrastrukturen zu planen, abzunehmen und die Teams anzuleiten.

 

Fazit:

 

Ohne Meister gibt es keine Ausbildung von Nachwuchs, keine rechtliche Absicherung für anspruchsvolle Gewerke mit Meisterpflicht und letztlich niemanden, der die Betriebe in die Zukunft führt. Das Handwerk blutet aktuell von oben nach unten aus.

 

ÜBER UNS:

 

Dieser Artikel stammt von der BAUHERRENreport GmbH. Deren Team bewirtschaftet seit 2012 die Empfehlungsplattform BAUHERREN-PORTAL. Das ist die einzige Qualitätsplattform auf der Basis real durchgeführter Kundenbefragungen für das Baugewerbe und das Handwerk in Deutschland. Die dazugehörigen Portale, Blogs, PR-Plattformen sowie das Institut für Qualitätssicherung im Bauwesen GmbH, das die Kundenbefragungen durchführt, werden vertreten vom Geschäftsführer Theo van der Burgt.

 

Wenn Sie wollen, dass Ihr Handwerksbetrieb von neu zu gewinnenden Kunden und Mitarbeitern auf Anhieb als Qualitätsführer Ihrer Region erkannt wird, lohnt es sich, miteinander ins Gespräch zu kommen.

 

 

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