Er arbeitet mit Alltagsanalogien und visuellen Vergleichen, die einem sofort ein Licht aufgehen lassen. Hier sind drei klassische Probleme aus der Praxis, so erklärt, dass man kein Meisterprüfungszeugnis braucht, um sie zu verstehen:
1. Sanitär: Warum gluckert der Abfluss und stinkt danach?
Das Problem: Ihr lasst Wasser im Waschbecken ablaufen. Es macht laut Gluck-gluck-gluck, und kurze Zeit später riecht es im Badezimmer unangenehm nach Kanalisation.
Die Fachsprache: Unterdruck im Abwassersystem führt zum Leersaugen des Siphons, also des Geruchsverschlusses mangels ausreichender Rohrbelüftung.
Die Alltagsanalogie: Stellt euch vor, ihr haltet einen Strohhalm in ein Glas Saft, haltet oben den Daumen drauf und zieht den Strohhalm heraus. Der Saft bleibt im Strohhalm, weil von oben keine Luft nachströmen kann. Wenn ihr jetzt unten stark zieht, entsteht ein Unterdruck. Genau das passiert im Abflussrohr: Wenn eine große Menge Wasser durch das Hauptrohr rauscht, zieht es wie ein Kolben die Luft hinter sich her. Wenn die Belüftung auf dem Dach verstopft ist, holt sich das Rohr die Luft eben aus eurem Waschbecken-Siphon und saugt dabei das Sperrwasser komplett mit ab.
Die visuelle Erklärung: Der Siphon ist wie eine kleine Wasserbarriere, die als Türsteher den Gestank aus dem Kanal abblockt. Saugt das Rohr die Barriere leer, steht die Tür für die Gerüche sperrangelweit offen.
2. Elektrik: Warum fliegt die Sicherung raus, wenn der Föhn und der Wasserkocher gleichzeitig laufen?
Das Problem: Ihr wollt euch morgens die Haare föhnen, während die Kaffeemaschine und der Wasserkocher laufen. Plötzlich macht es Klack, und die Küche ist dunkel.
Die Fachsprache: Überlastung des Stromkreises führt zur thermischen Auslösung des Leitungsschutzschalters.
Die Alltagsanalogie: Stellt euch das Stromkabel in der Wand wie eine Autobahn vor und die Elektronen, also den Strom, wie Autos. Die Sicherung ist der TÜV-Prüfer am Rand. Ein Föhn braucht schon zwei Spuren, der Wasserkocher auch zwei. Wenn beide gleichzeitig Vollgas geben, wollen plötzlich mehr Autos auf die Autobahn, als Spuren da sind. Die Autos stauen sich, die Reifen überhitzen und es droht ein Massencrash, in der Realität: ein Kabelbrand.
Die visuelle Erklärung: Die Sicherung ist wie ein aufmerksamer Türsteher im Club. Der merkt sofort, wenn es im Raum zu heiß und zu eng wird, und schmeißt vorsichtshalber alle raus, sprich schaltet den Strom ab, bevor die Hütte brennt.
3. Heizung & Solar: Warum werden die Heizkörper im Obergeschoss nicht richtig warm?
Das Problem: Es ist Winter, die Heizung im Erdgeschoss glüht, aber im Schlafzimmer unterm Dach bleibt der Heizkörper trotz Stufe 5 eiskalt und gluckert wie ein Gebirgsbach.
Die Fachsprache: Unzureichender Anlagendruck und mangelnder hydraulischer Abgleich führen zu Luftpolstern am höchsten Punkt des Heizkreislaufs.
Die Alltagsanalogie: Stellt euch ein mehrstöckiges Wohnhaus vor, bei dem die Heizkörper die Bewohner sind. Das Heizungswasser ist die Post, die vom Keller nach oben transportiert werden muss. Wenn der Wasserdruck zu niedrig ist, geht dem Postboten im zweiten Stock schlicht die Puste aus; er schafft es nicht mehr die Treppen hoch. Die oberen Heizkörper verdursten. Gleichzeitig nistet sich dort, wo kein Wasser hinkommt, Luft ein.
Die visuelle Erklärung: Luft in der Heizung funktioniert wie eine dicke Styroporwand im Rohr. Wasser kann nicht durch Luft hindurchfließen. Solange die Luft oben festsitzt, bleibt die Post, also die Wärme im Keller stecken. Hier hilft nur: Wasser nachfüllen und damit dem Postboten Energie geben und Entlüften, also die Styroporwand abbauen.
Fazit:
Gute Handwerker erkennt man nicht daran, dass sie mit Fremdwörtern um sich werfen, um schlau zu wirken. Man erkennt sie daran, dass sie ein Problem so erklären, dass ihr danach genau wisst, warum die Reparatur nötig ist und was sie eigentlich genau tun.
ÜBER UNS:
Dieser Artikel stammt von der BAUHERRENreport GmbH. Deren Team bewirtschaftet seit 2012 die Empfehlungsplattform BAUHERREN-PORTAL. Das ist die einzige Qualitätsplattform auf der Basis real durchgeführter Kundenbefragungen für das Baugewerbe und das Handwerk in Deutschland. Die dazugehörigen Portale, Blogs, PR-Plattformen sowie das Institut für Qualitätssicherung im Bauwesen GmbH, das die Kundenbefragungen durchführt, werden vertreten vom Geschäftsführer Theo van der Burgt.
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